Kapelle Zagging

Die Ortskapelle Zagging ist ein Holzriegelbau und befindet sich an der östlichen Seite der L100 (Römerstraße), hat als Adresse "Ziegelofen 1" und unterliegt nicht dem Denkmalschutz.

Eigentumsverhältnisse

Das Kapellen-Grundstück gehört der Marktgemeinde Obritzberg-Rust, die Kapelle selbst der Dorfgemeinschaft Zagging, die auch für die laufenden Ausgaben zur Gänze aufkommt (Großteils durch "Kranzspenden" bei Begräbnissen).

Kapelle Zagging 1Herkunft

Der ursprüngliche Standort dieser ehemaligen russisch-orthodoxe Kapelle war im Gefangenenlager Spratzern, der genaue Standort dort ist aber nicht mehr feststellbar. Sie wurde von den russischen Kriegsgefangenen des 1. Weltkrieges errichtet, von denen eine große Anzahl in Spratzern interniert wurde (8 Lagergruppen zu je 16 Baracken).

Nach dem Krieg wurde das Lager aufgelöst, sodass es auch für die Kapelle keinen weiteren Verwendungszweck bzw. Bedarf mehr gab.

Das nutzten einige Zagginger Bauern (z.B. Binder, Schnabl), um die Kapelle 1921 zu erstehen (ob durch Kauf oder kostenlos ist nicht überliefert) und nach Zagging zu überstellen. Dieses Vorhaben wurde zuerst belächelt, dann aber schnell wertgeschätzt. Beim Transport soll es auch auf dem Kremserberg zu einem Fuhrwerksdefekt gekommen sein (Radbruch). Die Kapelle wurde auf dem Grundstück der Familie Binder (später Brader) neben einem großen Marterl errichtet.

Kapelleneinweihung1922Einweihung

Die Einweihung durch den St. Pöltner Bischof Antonius Buchmayer erfolgte am 8. Oktober 1922.

Der Eingang lag im Original an der Westseite (hintere Seite) des Westturmes, dieser Eingang wurde in den Jahren 1973/74 im Zuge der Straßenverbreiterung an die Südseite des Turmes verlegt, auch das Marterl wurde abgetragen und an anderer Stelle (Fladnitzbrücke - Maierhofstraße) durch ein neues Marterl ersetzt.

Renovierungen

In den Jahren wurden mehrere Renovierungen durchgeführt, so 1976 (mit neuen Bänken), 1997 (Bodenbelag, neue Holzverkleidung außen inklusive neuer Tür, neuer Altartisch, Dorffest und Segnung) und 2007 (Anstrich), dazwischen wurde die Kapelle elektrifiziert und auch ein elektrische Läutwerk angeschafft.

Für das 100. Jubiläumsjahr ist eine neue Dacheindeckung geplant, auch die Turmbasis ist durch die aggressive Salzstreuung der letzten Jahre sehr in Mitleidenschaft gezogen worden.

Kapelle GlockeDie jetztige Glocke wurde am 17. Oktober 1948 (zugleich mit den identen Glocken der Glockenstühle Großhain, Greiling, Diendorf und Flinsdorf) durch Pfarrer Felix Ernst geweiht.

Eigentumsverhältnisse

Das Kapellen-Grundstück gehört der Marktgemeinde Obritzberg-Rust, die Kapelle selbst der Dorfgemeinschaft Zagging, die auch für die laufenden Ausgaben zur Gänze aufkommt (Großteils durch "Kranzspenden" bei Begräbnissen).

Kirchliche Aktivitäten

Die Kapelle wird jedes Jahr für 2 Gottesdienste genutzt, zusätzlich finden die Betstunden für verstorbene Zagginger statt, auch das Floriani- und das Pfingst-Beten und eine Kreuzwegandacht werden alljährlich abgehalten.

Fotos

Kapelle innen1Kapelle Zagging 2Kapelle Fenster

 

 

 

 

Grundriss, Aufriss, Maße

Kapelle Zagging Grundriss iKapelle Zagging Aufriss Seite iKapelle Zagging Aufriss Turmseite i